Living Well Plus bei Krebs
- Bewertung
- 3,8
- Downloads
- 100.000+
- Alter
- USK ab 0 Jahren
Zusätzliche Informationen
- App-Name
- Living Well Plus bei Krebs
- Kategorie
- Medizin
- Paketname
- com.prosoma.livingwellplus
- Entwickler
- Prosoma
- Bewertung
- 3,8
- Version
- 1.0.63
Analyse von Appcrazy
Eine Krebsdiagnose verändert den Alltag oft schneller, als man sich darauf einstellen kann. Zwischen Arztterminen, Behandlungstagen, Müdigkeit und vielen offenen Fragen bleibt wenig Energie, noch eine weitere komplizierte Anwendung zu lernen. Genau hier setzt Living Well Plus bei Krebs an. Ich habe die Medizin-App von Prosoma als digitale Begleitung betrachtet und dabei besonders darauf geachtet, ob sie nicht nur in der ersten Woche interessant wirkt, sondern auch nach mehreren Monaten noch einen festen Platz im Alltag verdient.
Mein erster Eindruck ist: Die Anwendung richtet sich nicht an Menschen, die eine weitere allgemeine Gesundheits-App mit Schrittzähler und Kalorienübersicht suchen. Sie möchte Menschen während einer Krebserkrankung unterstützen und dabei helfen, die eigene Lebensqualität bewusster im Blick zu behalten. Das klingt zunächst schlicht, ist aber ein wichtiger Unterschied. Die App versucht nicht, die Behandlung zu ersetzen, sondern begleitet den Nutzer zwischen den medizinischen Terminen.
Die Anwendung ist kostenlos und für alle Altersgruppen ab null Jahren freigegeben. Sie ist seit dem 21. April 2023 verfügbar, läuft ab iOS- oder Android-Version 7.0 und liegt aktuell in Version 1.0.63 vor. Im App-Store kommt sie auf einen Durchschnitt von 3,8 bei rund 145 Bewertungen; außerdem wurde sie bereits über 100.000-mal installiert. Diese Zahlen machen sie nicht automatisch zur besten Lösung, zeigen aber, dass sie nicht nur als kleines Nischenprojekt ausprobiert wurde.
Was in der ersten Woche überzeugt – und was man erst einordnen muss
In der ersten Woche ist vor allem der thematische Fokus hilfreich. Wer gerade mit einer Krebsbehandlung lebt, muss nicht erst überlegen, welche Inhalte überhaupt passen könnten. Die App ist auf diese Lebenssituation zugeschnitten. Das spart im Vergleich zu einer gewöhnlichen Fitness- oder Wellness-Anwendung Zeit und verhindert, dass man sich durch Ratschläge arbeitet, die für gesunde Nutzer gedacht sind und an der eigenen Realität vorbeigehen.
Ich finde diesen Einstieg besonders dann sinnvoll, wenn die eigene Aufmerksamkeit schwankt. An manchen Tagen möchte man sich informieren, an anderen Tagen nur kurz etwas nachsehen oder eine kleine Übung in den Tagesablauf einbauen. Eine App, die diesen wechselnden Energiezustand berücksichtigt, ist im Alltag wertvoller als ein Programm, das jeden Tag dieselbe Disziplin verlangt.
Der Name Living Well Plus deutet bereits an, dass es um mehr geht als um einzelne Symptome. Die Stärke liegt aus meiner Sicht im ganzheitlichen Blick auf das Leben mit Krebs: körperliches Befinden, psychische Belastung und der Umgang mit dem Alltag gehören zusammen. Das ist keine Kleinigkeit. Viele übliche Gesundheits-Apps behandeln Schlaf, Bewegung oder Entspannung als getrennte Themen. Für Betroffene fühlt sich das Leben aber selten so sauber aufgeteilt an.
Ein realistisches Beispiel: Nach einer Behandlung ist jemand erschöpft, möchte aber nicht den ganzen Tag passiv verbringen. In diesem Moment kann eine kurze, niedrigschwellige Nutzung sinnvoll sein. Man öffnet die App nicht mit dem Ziel, ein Trainingsprogramm zu absolvieren, sondern um eine passende Unterstützung für die aktuelle Verfassung zu finden. Genau diese Verschiebung der Erwartung ist wichtig. Die Anwendung muss nicht jeden Tag große Veränderungen auslösen, um nützlich zu sein.
Gleichzeitig sollte man in der ersten Woche nicht zu viel erwarten. Eine digitale Begleitung kann Orientierung geben, Denkanstöße liefern und den eigenen Umgang mit der Erkrankung unterstützen. Sie kann aber keine individuelle Diagnose stellen und keine Entscheidung des behandelnden Teams ersetzen. Bei neuen, starken oder beunruhigenden Beschwerden bleibt die medizinische Praxis die richtige Anlaufstelle. Wer die App als zusätzliche Hilfe und nicht als medizinischen Ersatz versteht, wird ihren Nutzen realistischer einschätzen.
Werfen Sie einen Blick auf unseren Blog

NGL - anonyme q&a: Warum die App für soziale Interaktion boomt

Netto plus: Die Einkaufsliste, die Ihr Budget schont

Wie Windy.app: Windkarte, Gezeiten Unser Verhalten Verändert

Warum Booking.com: Hotels die beste Wahl für Reisende ist

Warum Amazon Alexa jetzt ein Muss für dein Smart Home ist

Extreme Car Driving Simulator: Verborgene Tricks für Profis
Ein konkreter Tipp für den Einstieg: Ich würde nicht versuchen, sofort alle Bereiche zu erkunden. Besser ist es, zunächst eine Situation auszuwählen, die im eigenen Alltag tatsächlich häufig vorkommt – etwa der Morgen nach einer anstrengenden Behandlung, ein unruhiger Abend oder der Umgang mit fehlender Energie. So merkt man schneller, ob die Inhalte zur eigenen Lebenslage passen, statt die Anwendung nur oberflächlich durchzublättern.
Die kostenlose Nutzung senkt die Einstiegshürde deutlich. Gerade bei einer langfristigen Erkrankung ist es angenehm, nicht erst eine finanzielle Entscheidung treffen zu müssen, bevor man die App ausprobieren kann. Das macht sie auch für Angehörige interessant, die einem betroffenen Menschen eine zusätzliche Möglichkeit zeigen möchten, ohne gleich ein kostenpflichtiges Angebot zu empfehlen.
Allerdings ist kostenlos nicht dasselbe wie mühelos. Menschen mit Konzentrationsproblemen, starker Fatigue oder wenig Erfahrung mit Apps brauchen möglicherweise eine ruhige Einführung. Wer digitale Anwendungen grundsätzlich als belastend empfindet, wird auch eine gut gemeinte Krebs-App nicht automatisch als Entlastung erleben. In diesem Fall kann ein Gespräch mit einer vertrauten Person helfen, um gemeinsam herauszufinden, ob die Anwendung praktisch genug ist.
Für wen der Einstieg besonders sinnvoll ist
Besonders passend erscheint mir die App für Menschen, die zwischen ihren Terminen mehr Struktur und Selbstbeobachtung wünschen, ohne ein umfangreiches Tagebuch führen zu müssen. Auch wer bisher nur allgemeine Gesundheits-Apps genutzt hat, kann vom speziellen Krebsbezug profitieren. Die Anwendung spricht außerdem Nutzer an, die lieber in kleinen Schritten arbeiten und keine langen Informationsseiten oder komplizierten Programme benötigen.
Weniger geeignet ist sie für Personen, die ausschließlich eine präzise medizinische Dokumentation suchen. Wer Laborwerte, Medikamentenpläne oder Arztberichte zentral verwalten möchte, braucht dafür wahrscheinlich ein anderes Werkzeug oder die Systeme der behandelnden Einrichtung. Ebenso ist sie nicht die beste Wahl für jemanden, der ein intensives Sportprogramm, eine detaillierte Ernährungsplanung oder eine direkte ärztliche Beratung per App erwartet.
Der Wert von Monat zu Monat: Begleitung statt kurzer Motivationsschub
Ob eine solche Anwendung langfristig bleibt, entscheidet sich nicht am ersten positiven Eindruck. Nach einigen Wochen verschwindet die Neuheit, und dann zählt, ob die Nutzung einen wiederkehrenden Nutzen hat. Bei Living Well Plus liegt dieser Nutzen meiner Einschätzung nach weniger in spektakulären Funktionen als in der Möglichkeit, die eigene Situation regelmäßig aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.
Das kann besonders hilfreich sein, wenn sich die Belastung nicht gleichmäßig entwickelt. Während einer Krebsbehandlung gibt es gute und schlechte Tage, Phasen mit mehr Energie und Zeiten, in denen selbst kleine Aufgaben schwerfallen. Eine Begleitung, die nicht nur auf Leistungssteigerung ausgerichtet ist, passt besser zu diesem wechselhaften Verlauf als eine App, die jeden ausgelassenen Tag als Scheitern erscheinen lässt.
Ich würde die App deshalb nicht wie einen täglichen Pflichttermin behandeln. Ihr langfristiger Wert steigt eher, wenn man sie an konkrete Bedürfnisse koppelt. Beispielsweise kann man sie an einem Behandlungstag anders verwenden als an einem ruhigeren Wochenende. Der Vorteil einer solchen flexiblen Routine: Die Anwendung bleibt ein Werkzeug und wird nicht zu einer zusätzlichen Aufgabe, die Schuldgefühle erzeugt.
Ein nicht sofort offensichtlicher Vorteil liegt in der Rückschau. Selbst wenn man keine ausführlichen Notizen macht, kann die regelmäßige Beschäftigung mit dem eigenen Befinden dabei helfen, Veränderungen früher wahrzunehmen. Das ist besonders nützlich, wenn man im Gespräch mit dem Behandlungsteam oft spontan antworten soll, wie die vergangenen Tage gewesen sind. Eine bewusste Rückschau ersetzt keine medizinische Dokumentation, kann aber die eigene Erinnerung ordnen.
Mein praktischer Vorschlag wäre, die App nicht nur dann zu öffnen, wenn es einem schlecht geht. An besseren Tagen kann sie helfen, herauszufinden, was gerade Stabilität gibt. Vielleicht ist es ein bestimmter Tagesrhythmus, eine kurze Ruhephase oder eine realistische Erwartung an die eigene Leistungsfähigkeit. Dieser Vergleich zwischen leichteren und schwierigeren Tagen macht die Anwendung langfristig interessanter als eine reine Krisenhilfe.
Die App kann außerdem eine gemeinsame Gesprächsgrundlage schaffen. Angehörige möchten oft helfen, wissen aber nicht, ob Nachfragen, Ratschläge oder Ablenkung gerade erwünscht sind. Wenn der Nutzer Inhalte oder eigene Beobachtungen aus der App freiwillig teilt, kann daraus ein konkreteres Gespräch entstehen. Wichtig ist dabei, dass die Anwendung nicht zum Kontrollinstrument für Familienmitglieder wird. Die betroffene Person sollte selbst entscheiden, was sie weitergibt.
Im Vergleich zu allgemeinen Meditations-Apps oder Fitnessprogrammen sehe ich den entscheidenden Unterschied in der Zielgruppe. Eine Standard-App kann technisch umfangreicher sein und mehr Messwerte anbieten. Sie spricht aber meist nicht die besonderen Schwankungen, Sorgen und Grenzen während einer Krebserkrankung an. Living Well Plus ist vermutlich dann stärker, wenn Kontext und Einfühlung wichtiger sind als eine möglichst lange Funktionsliste.
Auf der anderen Seite bieten etablierte medizinische Plattformen oft bessere Möglichkeiten für Befunde, Termine und den Austausch mit Praxen. Wer genau diese Verbindung sucht, sollte die Krebsbegleitung nicht als vollständigen Ersatz betrachten. Für mich ist sie eher eine Ergänzung zwischen den formellen Teilen der Versorgung: persönlicher als ein Informationsblatt, aber weniger verbindlich als eine medizinische Betreuung.
Wie viel Routine sinnvoll ist
Eine kleine, realistische Routine funktioniert besser als ein ambitionierter Plan. Ich würde einen festen, aber nicht täglichen Zeitpunkt wählen, etwa einen ruhigen Moment am Abend oder einen Tag nach dem Behandlungstermin. Wenn die Energie fehlt, reicht eine kurze Nutzung. Das Ziel sollte nicht sein, eine lückenlose Serie aufzubauen, sondern wiederholt etwas zu finden, das im jeweiligen Moment wirklich hilft.
Dieser Ansatz schützt vor einem typischen Problem digitaler Gesundheitsangebote: Man beginnt motiviert, überspringt wegen einer schwierigen Woche mehrere Tage und beendet die Nutzung dann ganz. Bei einer Krebserkrankung ist ein solcher Bruch kein persönliches Versagen, sondern oft eine direkte Folge der Belastung. Eine App verdient langfristig nur dann Platz, wenn sie mit solchen Unterbrechungen umgehen kann – vor allem auf der Ebene der eigenen Erwartungen.
Wartung, Ermüdung und die kleinen Hürden im Alltag
Jede zusätzliche App bringt einen gewissen Pflegeaufwand mit sich. Man muss sie öffnen, sich orientieren und entscheiden, ob die aktuelle Energie für die Nutzung reicht. Bei Living Well Plus ist dieser Aufwand wahrscheinlich überschaubar, aber nicht völlig verschwunden. Gerade bei Fatigue kann selbst eine kurze digitale Aufgabe zu viel sein, wenn sie im falschen Moment kommt.
Deshalb würde ich die Anwendung nicht direkt nach einem anstrengenden Termin beurteilen. Ein schlechter Tag sagt nicht unbedingt etwas über die Qualität der Inhalte aus. Umgekehrt sollte man sich aber auch nicht einreden, eine App sei hilfreich, wenn man sie dauerhaft nur aus Pflichtgefühl öffnet. Der entscheidende Test ist, ob sie nach der Nutzung mehr Klarheit oder Entlastung hinterlässt, statt zusätzliche Müdigkeit zu erzeugen.
Eine weitere mögliche Reibung entsteht durch die emotionale Nähe zum Thema. Nicht jeder möchte täglich an Krebs erinnert werden. Manche Nutzer suchen bewusst neutrale Beschäftigung und möchten ihre freie Zeit nicht mit ihrer Erkrankung verbinden. Für diese Menschen kann eine spezialisierte App trotz guter Absicht zu präsent sein. Dann sind allgemeine Angebote für Entspannung, Bewegung oder Tagesplanung möglicherweise die bessere Ergänzung.
Auch Angehörige sollten ihre Rolle realistisch sehen. Sie können beim Installieren, Einrichten oder ersten Erkunden unterstützen, sollten aber keinen Nutzungsdruck aufbauen. Sätze wie „Du musst das jeden Tag machen“ verwandeln eine freiwillige Hilfe schnell in eine weitere Verpflichtung. Sinnvoller ist es, gemeinsam einen passenden Moment auszuprobieren und die Entscheidung danach beim Betroffenen zu lassen.
Ein dritter, eher versteckter Trade-off betrifft die Erwartung an Personalisierung. Je stärker eine App auf die eigene Situation eingehen soll, desto mehr Aufmerksamkeit muss man ihr normalerweise geben. Wer nur gelegentlich hineinschaut, erhält möglicherweise weniger individuellen Nutzen als jemand, der die Anwendung regelmäßig in seine Selbstfürsorge einbindet. Das bedeutet nicht, dass tägliche Nutzung notwendig ist. Es bedeutet nur, dass die langfristige Wirkung von der eigenen Bereitschaft abhängt, die App aktiv zu verwenden.
Die Versionsnummer 1.0.63 zeigt, dass die Anwendung weiterentwickelt wird. Für die Praxis heißt das: Es lohnt sich, gelegentlich nach Aktualisierungen zu sehen und die App nicht über längere Zeit völlig unbeachtet zu lassen. Gerade bei Gesundheitsanwendungen können Verbesserungen an Bedienung und Inhalten wichtig sein. Gleichzeitig sollte man nach einem Update prüfen, ob sich die Nutzung weiterhin vertraut und angenehm anfühlt, besonders wenn man auf klare, einfache Abläufe angewiesen ist.
Beim Thema Datenschutz würde ich grundsätzlich aufmerksam bleiben, wie bei jeder Gesundheits-App. Persönliche Angaben zur eigenen Erkrankung sind besonders sensibel. Vor der intensiven Nutzung sollte man sich die Hinweise innerhalb der Anwendung in Ruhe ansehen und nur Informationen eingeben, mit deren digitaler Verarbeitung man sich wohlfühlt. Das ist kein Grund, die App pauschal abzulehnen, aber ein vernünftiger Schritt, bevor sie zu einem regelmäßigen Begleiter wird.
Die Altersfreigabe ab null Jahren bedeutet nicht, dass jedes Kind die Inhalte ohne Begleitung nutzen sollte. Krebs betrifft Familien auf unterschiedliche Weise, und die passende Unterstützung hängt stark vom Alter und der Situation ab. Für Erwachsene ist die Freigabe unkompliziert; bei Kindern und Jugendlichen würde ich die Nutzung gemeinsam mit einer erwachsenen Vertrauensperson einordnen.
Wann eine andere Lösung besser passt
Ich würde Living Well Plus nicht empfehlen, wenn ein Nutzer ausschließlich eine Notfallfunktion, eine Medikamentenerinnerung oder eine direkte Verbindung zur Arztpraxis sucht. Dafür sind spezialisierte Werkzeuge meist passender. Auch wer bereits eine gut funktionierende psychologische oder pflegerische Begleitung hat und keine zusätzliche digitale Ebene möchte, muss die App nicht aus Prinzip ergänzen.
Sie ist auch nicht für Menschen gedacht, die von jeder Anwendung sofort messbare Ergebnisse erwarten. Lebensqualität lässt sich während einer Krebserkrankung nicht zuverlässig auf eine einzelne Zahl reduzieren. Wenn die eigene Motivation stark von sichtbaren Fortschrittsbalken, täglichen Zielen oder Belohnungen abhängt, könnte ein anderes Konzept besser funktionieren. Die Stärke dieser Anwendung liegt eher in der kontinuierlichen, persönlichen Auseinandersetzung mit dem Alltag.
Umgekehrt kann sie gerade dann sinnvoll sein, wenn die üblichen Alternativen zu allgemein bleiben. Ein Ratgeber im Internet liefert vielleicht viele Informationen, verlangt aber Eigeninitiative und Filterarbeit. Ein Gespräch in der Praxis ist wichtig, findet jedoch nicht jederzeit statt. Living Well Plus kann die Lücke dazwischen füllen, sofern man sie als Begleitung und nicht als Autorität für medizinische Entscheidungen nutzt.
Mein langfristiges Urteil nach dem Ende der Neuheit
Für mich verdient Living Well Plus einen dauerhaften Platz auf dem Smartphone vor allem bei Menschen, die eine kostenlose, krebsbezogene Unterstützung für den Alltag suchen und bereit sind, sie flexibel statt zwanghaft zu nutzen. Der besondere Wert entsteht nicht durch einmaliges Ausprobieren. Er entsteht, wenn die App in unterschiedlichen Phasen der Behandlung immer wieder einen passenden kleinen Anstoß gibt.
Die Anwendung von Prosoma ist dabei angenehm klar positioniert: Sie gehört in den medizinischen Bereich, richtet sich aber nicht nur an akute Beschwerden. Ihr Thema ist das Leben mit Krebs und die Frage, wie man trotz der Erkrankung möglichst handlungsfähig bleibt. Das macht sie persönlicher als viele allgemeine Gesundheitsangebote, ohne den Anspruch zu erheben, die professionelle Versorgung zu ersetzen.
Meine wichtigste Einschränkung bleibt die Gefahr der digitalen Ermüdung. Wenn die App zu einer weiteren täglichen Pflicht wird, verliert sie ihren Sinn. Nutzer sollten sich deshalb erlauben, Pausen einzulegen und nur die Bereiche zu verwenden, die gerade relevant sind. Die beste Nutzung ist nicht die lückenloseste, sondern die, die an schwierigen Tagen tatsächlich entlastet.
Auch die Bewertung von 3,8 zeigt, dass man keine universelle Lösung erwarten sollte. Manche Menschen werden den speziellen Fokus als hilfreich erleben, andere brauchen mehr medizinische Funktionen, mehr Personalisierung oder weniger direkte Erinnerung an ihre Erkrankung. Eine einzelne durchschnittliche Bewertung kann diese Unterschiede nicht auflösen. Für die persönliche Entscheidung ist wichtiger, ob die eigene Erwartung zur Ausrichtung der App passt.
Wer sie testen möchte, sollte sich deshalb nicht vornehmen, sofort eine große Lebensstiländerung zu erreichen. Ich würde die Anwendung zunächst in zwei verschiedenen Alltagssituationen nutzen: einmal an einem relativ guten Tag und einmal dann, wenn die Energie knapp ist. Danach lässt sich besser beurteilen, ob sie wirklich flexibel genug ist. Wenn beide Situationen zu einem ähnlichen Gefühl von Orientierung führen, spricht das für einen längerfristigen Nutzen.
Mein Fazit fällt insgesamt vorsichtig positiv aus. Living Well Plus ist keine vollständige medizinische Plattform und kein Ersatz für Ärztinnen, Ärzte oder therapeutische Gespräche. Als kostenlose digitale Begleitung kann sie aber eine sinnvolle Lücke schließen: zwischen den Behandlungsterminen, zwischen einer belastenden Diagnose und den kleinen Entscheidungen des täglichen Lebens. Für Menschen mit Krebs, die einen ruhigen, alltagsnahen Zugang suchen, ist sie einen Versuch wert. Wer dagegen vor allem Verwaltung, Messwerte oder direkte medizinische Kommunikation braucht, sollte zu einer spezialisierten Alternative greifen.
Vorteile
- Bietet praktische Alltagstipps für Bewegung
- Ernährung und Erholung.
- Kann Betroffene dabei unterstützen
- eigene Gesundheitsziele festzulegen.
- Übersichtliche Inhalte erleichtern die Orientierung im Krankheitsalltag.
- Hilfreich
- um Gespräche mit dem Behandlungsteam gezielter vorzubereiten.
- Die Nutzung kann das Gefühl von Selbstwirksamkeit während der Therapie stärken.
Nachteile
- Ersetzt keine persönliche Beratung durch Onkologen oder andere Fachkräfte.
- Nicht alle Empfehlungen passen zu jeder Krebsart oder Behandlungsphase.
- Einige Funktionen können eine regelmäßige Dateneingabe erfordern.
- Gesundheitsinhalte sind möglicherweise nicht in allen Sprachen verfügbar.
- Bei akuten Beschwerden bietet die App keine sofortige medizinische Hilfe.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Living Well Plus bei Krebs und für wen ist die App gedacht?
Living Well Plus bei Krebs ist eine digitale Begleit-App für Menschen, die mit einer Krebserkrankung leben, sich in Behandlung befinden oder nach der Therapie Unterstützung im Alltag suchen. Sie kann dabei helfen, Informationen zu ordnen, das eigene Wohlbefinden zu beobachten und sich mit Themen wie Bewegung, Ernährung, Stimmung und Erholung auseinanderzusetzen. Die App ersetzt jedoch keine ärztliche Beratung oder individuelle Therapie.
Welche Funktionen bietet Living Well Plus bei Krebs im Alltag?
Die App konzentriert sich auf praktische Hilfen, die den Umgang mit einer Krebserkrankung erleichtern können. Je nach Version und Region gehören dazu beispielsweise Inhalte zum körperlichen und emotionalen Wohlbefinden, Hinweise für einen gesunden Lebensstil, persönliche Notizen oder Fortschrittsübersichten. Vor dem Download sollte man prüfen, welche Funktionen tatsächlich verfügbar sind, da sich Inhalte, Sprachen und Angebote je nach Gerät oder Anbieter unterscheiden können.
Ist Living Well Plus bei Krebs kostenlos und entstehen zusätzliche Kosten?
Ob Living Well Plus bei Krebs vollständig kostenlos genutzt werden kann oder bestimmte Inhalte, Programme beziehungsweise Dienste kostenpflichtig sind, hängt von der jeweiligen App-Version und dem Anbieter ab. Auch eine kostenlose Installation schließt mögliche optionale Käufe oder abonnementsbasierte Angebote nicht grundsätzlich aus. Deshalb empfiehlt es sich, vor der Installation die Angaben im Google Play Store oder App Store sowie die Zahlungsbedingungen sorgfältig zu lesen.
Kann die App eine medizinische Behandlung oder den Rat von Fachpersonal ersetzen?
Nein. Living Well Plus bei Krebs ist als ergänzende Unterstützung gedacht und darf nicht als Ersatz für eine Untersuchung, Diagnose oder Behandlung durch Ärztinnen, Ärzte und anderes medizinisches Fachpersonal verstanden werden. Bei neuen Beschwerden, starken Schmerzen, Nebenwirkungen, psychischer Belastung oder Unsicherheit über die eigene Therapie sollte man direkt das behandelnde Team kontaktieren. Medizinische Entscheidungen sollten niemals allein anhand der App getroffen werden.
Wie sicher sind meine persönlichen und gesundheitlichen Daten in der App?
Vor der Nutzung sollte man die Datenschutzrichtlinie und die Angaben zur Datenverarbeitung aufmerksam prüfen. Besonders wichtig ist, welche Gesundheitsdaten gespeichert werden, ob ein Konto erforderlich ist, ob Informationen mit Dritten geteilt werden und wie man seine Daten löschen lassen kann. Verwende möglichst ein starkes Passwort und teile sensible Zugangsdaten nicht. Bei Bedenken zur Datensicherheit sollte die App nur nach Rücksprache mit dem Anbieter genutzt werden.
Screenshots











