Kalmeda Tinnitus-App
- Bewertung
- 4,1
- Downloads
- 100.000+
- Alter
- USK ab 0 Jahren
Zusätzliche Informationen
- App-Name
- Kalmeda Tinnitus-App
- Kategorie
- Medizin
- Paketname
- de.mynoise.kalmeda
- Entwickler
- Pohl-Boskamp Digital Health GmbH
- Bewertung
- 4,1
- Version
- 1.9.6
Analyse von Appcrazy
Mit Tinnitus ist oft nicht nur das Geräusch selbst belastend, sondern auch die Unsicherheit, was im Alltag dagegen helfen kann. Genau hier setzt die Kalmeda Tinnitus-App an. Ich habe sie als medizinische Anwendung ausprobiert und dabei weniger auf einen schnellen Aha-Effekt geachtet als auf die wichtigere Frage: Bleibt sie nach den ersten Tagen nützlich, oder landet sie nach kurzer Zeit ungenutzt auf dem Smartphone?
Mein Eindruck fällt insgesamt positiv, aber nicht vorbehaltlos aus. Kalmeda ist keine einfache Entspannungs-App mit ein paar beruhigenden Klängen, sondern möchte Betroffene strukturiert durch einen Umgang mit Tinnitus begleiten. Das macht sie besonders interessant für Menschen, die sich aktiv mit ihrer Wahrnehmung, ihren Reaktionen und ihren Gewohnheiten auseinandersetzen wollen. Wer dagegen eine sofortige Geräuschunterdrückung oder eine rein passive Einschlafhilfe sucht, dürfte an der Anwendung vorbeigehen.
Der erste Eindruck: verständlicher Einstieg statt schneller Versprechen
Die Anwendung stammt von Pohl-Boskamp Digital Health GmbH und gehört damit in den Bereich medizinischer Digitalangebote. Im Alltag wirkt sie zunächst angenehm zugänglich: Man muss kein Fachwissen über Tinnitus mitbringen, um den Ansatz zu verstehen. Statt den Nutzer mit komplizierten Begriffen zu überfordern, führt Kalmeda offenbar in kleinen Schritten an das Thema heran. Das ist wichtig, weil viele Betroffene bereits mit Sorge, Frust oder Erschöpfung starten.
In der ersten Woche liegt der Reiz vor allem darin, dass das Problem nicht auf das bloße Hören eines Tons reduziert wird. Für mich war der entscheidende Unterschied zu vielen allgemeinen Wellness-Apps, dass Tinnitus als etwas behandelt wird, dessen Belastung auch von Aufmerksamkeit, Bewertung und Alltagssituation beeinflusst werden kann. Diese Perspektive ist nicht spektakulär, aber sie verändert die Nutzung: Ich öffne die App nicht nur, um mich kurz abzulenken, sondern um mein eigenes Verhalten besser zu beobachten.
Die kostenlose Installation senkt die Einstiegshürde deutlich. Gleichzeitig sollte man sich bewusst machen, dass die kostenlose Nutzung nicht automatisch bedeutet, dass alle Inhalte dauerhaft ohne Kosten verfügbar sind. Innerhalb von Google Play werden Käufe zwischen 9,99 € und 62,99 € angeboten. Für eine medizinische Anwendung ist das ein Punkt, den ich vor einem längeren Einsatz genau prüfen würde: Nicht nur der Preis zählt, sondern auch, ob man den vorgesehenen Ablauf wirklich regelmäßig nutzen möchte.
Die Altersfreigabe USK ab 0 Jahren sagt wenig über die persönliche Eignung aus. Tinnitus ist zwar kein klassisches Altersproblem, trotzdem braucht die Anwendung ein gewisses Maß an Selbstbeobachtung und Bereitschaft zur Mitarbeit. Für jüngere Nutzer wäre die Begleitung durch Eltern oder eine medizinische Vertrauensperson sinnvoll. Bei plötzlich auftretenden Beschwerden, einseitigem Tinnitus, Hörverlust oder zusätzlichen körperlichen Symptomen würde ich die App nicht als ersten Schritt verwenden, sondern ärztlichen Rat suchen.
Was in den ersten Tagen tatsächlich hilft
Die stärkste Seite des Einstiegs ist die Struktur. Wer Tinnitus hat, sucht häufig ständig nach einer neuen Erklärung, einem anderen Ton oder dem nächsten Mittel gegen das Geräusch. Eine App wie Kalmeda kann diesen Suchmodus unterbrechen, weil sie einen festen Rahmen vorgibt. Das ist ein unterschätzter Vorteil. Statt jeden Abend erneut im Internet nach Lösungen zu suchen, entsteht eine nachvollziehbare Routine.
Ich würde die ersten Übungen nicht zwischen Tür und Angel erledigen. Besser ist ein ruhiger Zeitpunkt, an dem man danach noch ein paar Minuten im Alltag beobachten kann, was sich verändert. Ein praktischer Tipp ist, nicht nur auf die Lautstärke des Tinnitus zu achten. Interessanter ist oft, ob das Geräusch weniger Aufmerksamkeit bindet, ob man schneller wieder zu einer Aufgabe zurückfindet oder ob die Anspannung sinkt. Dadurch wird der eigene Fortschritt nicht von einer einzigen schwankenden Wahrnehmung abhängig.
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Gerade am Anfang kann jedoch eine falsche Erwartung enttäuschen. Kalmeda ist nicht dafür da, den Tinnitus auf Knopfdruck verschwinden zu lassen. Wer jede Sitzung danach bewertet, ob der Ton sofort leiser geworden ist, wird wahrscheinlich frustriert. Der sinnvollere Maßstab ist, ob sich der Umgang damit verändert. Diese Unterscheidung ist für die langfristige Motivation entscheidend.
Ein realistischer Alltagstest
Ein typischer Anwendungsfall wäre für mich der Abend nach einem anstrengenden Arbeitstag. Sobald es im Schlafzimmer ruhig wird, rückt der Tinnitus stärker in den Vordergrund. Anstatt minutenlang auf das Geräusch zu lauschen und sich darüber zu ärgern, kann man die App zu einem festen Bestandteil des Übergangs in die Nacht machen. Wichtig ist dabei, sie nicht erst dann zu öffnen, wenn die Belastung bereits ihren Höhepunkt erreicht hat. Eine frühere, kurze Einheit kann hilfreicher sein als eine lange Nutzung im Zustand völliger Erschöpfung.
Auch im Büro oder unterwegs kann der Ansatz nützlich sein, sofern die Umgebung eine konzentrierte Nutzung erlaubt. Ich würde allerdings nicht versuchen, die Übungen während einer Besprechung oder beim Fahrradfahren einzubauen. Der Wert entsteht gerade dadurch, dass man sich für kurze Zeit bewusst mit der eigenen Reaktion beschäftigt. Wer die App ständig nebenbei laufen lässt, macht aus einer aktiven Methode schnell eine weitere Hintergrundbeschäftigung.
Nach dem ersten Monat: entsteht echte Gewohnheit?
Der langfristige Nutzen einer Tinnitus-App entscheidet sich nicht an der ersten motivierenden Sitzung, sondern daran, ob sie in einen normalen Tagesablauf passt. Kalmeda hat hier einen klaren Vorteil gegenüber allgemeinen Audio-Apps: Die Inhalte sind auf ein konkretes Problem ausgerichtet. Eine Meditations-App kann zwar beim Entspannen helfen, erklärt aber nicht zwangsläufig, wie man die eigene Aufmerksamkeit gegenüber Tinnitus verändert. Ein reiner Geräuschgenerator kann Ablenkung bieten, ersetzt aber keine aktive Auseinandersetzung.
Nach mehreren Wochen würde ich die Anwendung nicht mehr als tägliche Pflicht betrachten, sondern als Werkzeug für bestimmte Situationen. Das ist ein wichtiger Unterschied. Wenn jede Nutzung wie Hausaufgabe wirkt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man abbricht. Wenn man dagegen erkennt, wann die App wirklich gebraucht wird, bleibt sie flexibler. Besonders sinnvoll kann sie an Tagen mit wenig Schlaf, hoher Anspannung oder ungewöhnlich starker Beschäftigung mit dem Ohrgeräusch sein.
Mein konkreter Vorschlag wäre, die Nutzung zunächst an eine bestehende Gewohnheit zu koppeln, etwa an den Tagesabschluss oder eine ruhige Pause. Danach sollte man prüfen, ob die App noch aktiv hilft oder nur aus schlechtem Gewissen geöffnet wird. Diese Selbstkontrolle gehört für mich zum Produkt dazu. Eine gute Anwendung muss nicht jeden Tag gleich intensiv genutzt werden, um wertvoll zu sein.
Der wiederkehrende Nutzen liegt weniger in ständig neuen Überraschungen als in der Möglichkeit, einen bekannten Ablauf erneut anzuwenden. Das klingt unspektakulär, ist bei Tinnitus aber wahrscheinlich realistischer als ein ständig wechselndes Unterhaltungsangebot. Die App muss nicht jeden Monat neue Reize liefern. Sie muss in belastenden Momenten verlässlich genug sein, damit man zu ihr zurückkehrt.
Für wen sich die regelmäßige Nutzung lohnt
Besonders passend finde ich Kalmeda für Menschen, die einen begleiteten, schrittweisen Umgang mit Tinnitus ausprobieren möchten. Dazu gehören Nutzer, die sich nicht nur berieseln lassen wollen, sondern bereit sind, Fragen zu beantworten, Übungen ernst zu nehmen und eigene Muster zu erkennen. Auch wer bereits Entspannungstechniken kennt, kann einen Vorteil haben, weil sich diese Bereitschaft leichter in eine feste Tinnitus-Routine übersetzen lässt.
Weniger geeignet ist die App für Nutzer, die ausschließlich eine sofortige Maskierung suchen. Dafür sind klassische Hintergrundgeräusche, Musik oder spezielle Klanggeräte womöglich direkter. Auch wer eine umfassende medizinische Untersuchung, persönliche Diagnose oder individuelle Therapieplanung erwartet, sollte die Grenzen einer App beachten. Kalmeda kann eine Behandlung ergänzen, aber sie ersetzt nicht automatisch die Abklärung durch HNO-Ärzte, Psychotherapeuten oder andere Fachpersonen.
Ein weiterer Trade-off betrifft die persönliche Reaktion auf Selbstbeobachtung. Manche Menschen profitieren davon, ihre Aufmerksamkeit gezielt zu lenken. Andere werden durch jede Übung noch stärker auf das Ohrgeräusch aufmerksam. Wenn die Nutzung regelmäßig Angst, Grübeln oder Anspannung verstärkt, würde ich pausieren und die Erfahrung mit einer medizinischen oder therapeutischen Fachperson besprechen. Nicht jede gut gemeinte Übung passt zu jedem Zeitpunkt.
Der Aufwand im Alltag
Die eigentliche Belastung ist nicht unbedingt die Bedienung, sondern die mentale Bereitschaft. Eine Anwendung, die sich mit Tinnitus beschäftigt, erinnert zwangsläufig an Tinnitus. Das kann hilfreich sein, wenn man bisher nur verdrängt oder hektisch nach Ablenkung gesucht hat. Es kann aber auch ermüden, wenn der Tag bereits von Gesundheitsängsten geprägt ist. Ich würde deshalb bewusst festlegen, wann Kalmeda genutzt wird und wann das Smartphone geschlossen bleibt.
Ein nützlicher Ablauf ist, nach einer Einheit nicht sofort weitere Gesundheitsinformationen zu suchen. Sonst entsteht leicht eine Kette aus App, Suchmaschine, Foren und neuen Sorgen. Besser ist es, eine kurze Notiz zum eigenen Zustand zu machen und anschließend zu einer normalen Tätigkeit zurückzukehren. So prüft man, ob die Anwendung den Alltag unterstützt, statt ihn um das Symptom herum zu organisieren.
Auch die Kosten können langfristig zur Reibung werden. Die App ist zwar kostenlos erhältlich, doch die genannten In-App-Käufe über Google Play reichen bis zu 62,99 €. Vor einer Zahlung würde ich mir daher überlegen, ob ich die Inhalte über mehrere Wochen wirklich regelmäßig nutze und ob der Aufbau zu meinen Erwartungen passt. Ein einmaliger Test mit klarer persönlicher Zielsetzung ist sinnvoller als ein Kauf aus einer akuten Frustsituation heraus.
Wo nachlassende Motivation und Ermüdung entstehen
Die erste Ermüdungsquelle ist die Wiederholung. Ein strukturierter Ansatz kann am Anfang beruhigen, wirkt nach einiger Zeit aber weniger aufregend. Das ist nicht automatisch ein Fehler. Bei einer medizinischen Anwendung ist Routine sogar erwünscht. Trotzdem muss man akzeptieren, dass Kalmeda wahrscheinlich nicht jeden Tag ein neues Erlebnis bietet. Wer vor allem Abwechslung und Unterhaltung sucht, wird die Anwendung vermutlich schneller beiseitelegen.
Die zweite Quelle ist die schwankende Wahrnehmung des Tinnitus. Selbst wenn man die Übungen konsequent nutzt, kann das Geräusch an einem anderen Tag stärker erscheinen. Das macht eine einfache Erfolgsmessung schwierig. Ich würde deshalb nicht jeden einzelnen Tag als Urteil über die App betrachten. Entscheidend ist eher, ob man nach einigen Wochen mit schwierigen Phasen etwas besser umgehen kann als zuvor.
Eine dritte Schwierigkeit ist die Gefahr, die App als Kontrolle zu verwenden. Wer nach jeder Sitzung prüft, ob der Tinnitus nun endlich verschwunden ist, bindet weiterhin viel Aufmerksamkeit an ihn. Der bessere Einsatz besteht darin, die Übungen durchzuführen und danach bewusst eine andere Aktivität aufzunehmen. Das ist ein kleiner, aber wichtiger Unterschied zwischen therapeutischer Routine und ständigem Überwachen.
Auch die technische Umgebung kann die Erfahrung beeinflussen. Ein Smartphone ist praktisch, aber es bringt Benachrichtigungen, Nachrichten und andere Ablenkungen mit. Ich würde vor der Nutzung den Ton für eingehende Hinweise abschalten und das Gerät nicht in der Hand behalten, wenn die Einheit bereits beendet ist. So bleibt die App ein begrenztes Hilfsmittel und wird nicht zum Anlass für eine weitere lange Bildschirmzeit.
Vergleich mit den üblichen Alternativen
Im Vergleich zu YouTube-Videos oder allgemeinen Entspannungs-Apps wirkt Kalmeda zielgerichteter. Solche Alternativen sind schnell verfügbar und können kurzfristig angenehm sein, verlangen aber oft mehr Eigeninitiative bei der Auswahl. Man springt von einem Klang zum nächsten und weiß nicht immer, welcher Ansatz eigentlich helfen soll. Kalmeda ist weniger spontan, dafür klarer auf den Umgang mit Tinnitus ausgerichtet.
Klang-Apps und Maskierungsgeräte haben wiederum einen anderen Schwerpunkt. Sie können das Geräusch in ruhigen Situationen überdecken oder weniger auffällig machen. Das kann beim Einschlafen oder Arbeiten sehr praktisch sein. Kalmeda ist dann die bessere Ergänzung, wenn man nicht dauerhaft von einem externen Klang abhängig sein möchte. Wer allerdings hauptsächlich nachts eine akustische Umgebung braucht, könnte mit einer spezialisierten Klanglösung schneller zum Ziel kommen.
Eine persönliche Therapie bietet mehr Raum für individuelle Ursachen, emotionale Belastungen und Rückfragen. Sie ist deshalb die bessere Wahl, wenn Tinnitus mit starker Angst, Schlafproblemen, Depressionen oder einer deutlichen Einschränkung des Lebens verbunden ist. Der Vorteil der App liegt eher in der niedrigen Zugangsschwelle und der Möglichkeit, zwischen Terminen selbstständig weiterzuarbeiten. Sie ist kein Ersatz für persönliche Betreuung, sondern kann im passenden Fall eine Brücke dorthin oder eine Ergänzung dazu sein.
Was ich vor der Nutzung klären würde
Vor dem Start würde ich mir drei einfache Fragen stellen: Möchte ich meinen Umgang mit dem Tinnitus verändern, kann ich regelmäßig etwas Zeit dafür einplanen, und erwarte ich eine Begleitung oder eine sofortige technische Lösung? Wenn die Antwort auf die letzte Frage eindeutig in Richtung Geräuschunterdrückung geht, gibt es passendere Alternativen. Wenn man dagegen einen strukturierten Lern- und Übungsprozess sucht, ist der Ansatz von Kalmeda plausibel.
Ich würde außerdem nicht warten, bis der Tinnitus besonders schlimm ist. Ein ruhiger Einstieg macht es leichter, die Methode kennenzulernen, ohne dass akuter Stress jede Übung überlagert. Gleichzeitig sollte man sich nicht verpflichtet fühlen, eine festgelegte Routine um jeden Preis fortzusetzen. Wenn die Anwendung nach einer fairen Testphase keine erkennbare Unterstützung bietet, ist es vernünftig, die Strategie zu wechseln.
Die aktuelle Version ist 1.9.6 und läuft ab Android 8.0. Für Android-Nutzer mit einem älteren, aber noch unterstützten Gerät kann das relevant sein. Vor der Installation würde ich außerdem prüfen, ob das Smartphone genügend Ruhe für die Nutzung bietet und ob man die Anwendung lieber zu Hause als unterwegs einsetzen möchte. Gerade bei Gesundheits-Apps ist eine störungsarme Umgebung wichtiger als die bloße Verfügbarkeit.
Mein langfristiges Urteil
Kalmeda verdient aus meiner Sicht dann einen festen Platz, wenn man sie als Training für den eigenen Umgang mit Tinnitus versteht und nicht als magischen Ausschalter. Die Anwendung hat ihren größten Wert in der Kombination aus medizinischer Ausrichtung, klarer Struktur und der Möglichkeit, im Alltag selbstständig damit zu arbeiten. Dass sie im Medizinbereich eingeordnet ist und im Store eine durchschnittliche Bewertung von 4,1 bei rund 992 Bewertungen erreicht, passt zu meinem Eindruck: Sie spricht viele Betroffene an, ist aber kein universell passendes Werkzeug.
Die Reichweite ist ebenfalls beachtlich: Kalmeda wurde bereits über 100.000-mal installiert. Das macht sie nicht automatisch wirksam für jede einzelne Person, zeigt aber, dass der Ansatz eine relevante Zielgruppe erreicht. Für mich ist entscheidender, ob die App nach der ersten Woche noch einen konkreten Zweck erfüllt. Das tut sie vor allem dann, wenn man sie nicht als tägliche Prüfung, sondern als abrufbare Unterstützung in wiederkehrenden Belastungssituationen nutzt.
Meine Empfehlung fällt deshalb differenziert aus. Ich würde Kalmeda Menschen ans Herz legen, die aktiv und geduldig an ihrem Umgang mit Tinnitus arbeiten möchten. Sie sollten bereit sein, Fortschritt nicht nur an der Lautstärke des Geräuschs zu messen und der Anwendung einige Zeit zu geben. Wer hingegen ausschließlich Hintergrundklänge, eine Diagnose oder eine persönliche Therapie erwartet, sollte direkt andere Angebote einbeziehen.
Der wichtigste langfristige Tipp lautet für mich: Macht die App nicht zum Mittelpunkt des Tages. Nutzt sie gezielt, beobachtet, ob sie Aufmerksamkeit und Anspannung im Alltag tatsächlich reduziert, und kehrt danach zu normalen Aktivitäten zurück. Wenn diese Balance gelingt, kann Kalmeda mehr sein als ein kurzer Versuch nach der Installation. Dann wird sie zu einem Werkzeug, das man nicht ständig braucht, aber gern zur Hand hat, wenn der eigene Umgang mit Tinnitus wieder schwieriger wird.
Mein Fazit: Kalmeda ist keine schnelle Geräuschlösung, sondern eine ernsthafte, strukturierte Begleitung für Menschen, die selbst an ihrem Umgang mit Tinnitus arbeiten wollen. Die kostenlose Einstiegsmöglichkeit ist attraktiv, die möglichen Käufe verlangen aber eine bewusste Entscheidung. Nach dem anfänglichen Neuigkeitseffekt bleibt der Nutzen vor allem durch Gewohnheit, realistische Erwartungen und gezielten Einsatz erhalten. Genau unter diesen Bedingungen halte ich die App für empfehlenswert.
Vorteile
- Individuelle Übungen helfen
- den Umgang mit Tinnitus schrittweise zu verbessern.
- Die Inhalte sind übersichtlich aufgebaut und auch für Einsteiger leicht verständlich.
- Fortschritte lassen sich regelmäßig dokumentieren und dadurch besser nachvollziehen.
- Die App kann flexibel im Alltag genutzt werden
- ohne feste Kurszeiten.
- Seriöse Informationen fördern ein realistischeres Verständnis von Tinnitus.
Nachteile
- Die Wirkung kann je nach Ursache und persönlicher Situation deutlich variieren.
- Einige Funktionen sind möglicherweise nur mit Registrierung oder Rezept verfügbar.
- Für die Nutzung wird eine stabile Internetverbindung bei manchen Inhalten benötigt.
- Die Übungen erfordern regelmäßige Anwendung und spürbare Geduld.
- Bei akuten oder starken Beschwerden ersetzt die App keine ärztliche Abklärung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Kalmeda Tinnitus-App und für wen ist sie geeignet?
Die Kalmeda Tinnitus-App ist eine digitale Anwendung zur Unterstützung von Menschen mit Tinnitus. Sie vermittelt Informationen, Übungen und Strategien, die dabei helfen können, Ohrgeräusche besser einzuordnen und den persönlichen Umgang damit zu verbessern. Die App richtet sich vor allem an Erwachsene, die eine begleitende Unterstützung suchen. Sie ersetzt jedoch keine Untersuchung, Diagnose oder individuelle Behandlung durch HNO-Ärzte, Psychotherapeuten oder andere medizinische Fachkräfte.
Wie funktioniert die Nutzung der Kalmeda Tinnitus-App im Alltag?
Nach dem Start werden Nutzer in der Regel schrittweise durch Inhalte und Übungen geführt, die sich mit der Wahrnehmung von Tinnitus, Stress, Entspannung und dem Umgang mit belastenden Situationen beschäftigen. Der Nutzen hängt stark davon ab, wie regelmäßig und aufmerksam die App verwendet wird. Wer die Übungen kontinuierlich in den Tagesablauf integriert und den eigenen Verlauf beobachtet, kann die angebotenen Inhalte besser für sich nutzen. Schnelle Ergebnisse sollten jedoch nicht erwartet werden.
Kann die Kalmeda Tinnitus-App einen Arztbesuch oder eine Therapie ersetzen?
Nein. Die Kalmeda Tinnitus-App ist als digitale Unterstützung gedacht und sollte nicht als Ersatz für eine ärztliche Abklärung oder eine professionelle Therapie verstanden werden. Besonders bei neu auftretenden, plötzlich stärker werdenden oder einseitigen Ohrgeräuschen ist eine medizinische Untersuchung wichtig. Auch bei Hörverlust, Schwindel, Schmerzen oder starken psychischen Belastungen sollte man zeitnah ärztliche Hilfe suchen. Die App kann eine Behandlung begleiten, aber keine individuelle Diagnose stellen.
Welche persönlichen Daten werden bei der Kalmeda Tinnitus-App verarbeitet?
Vor dem Download und der Registrierung sollten Nutzer die aktuelle Datenschutzerklärung sowie die Angaben des Anbieters zur Datenverarbeitung sorgfältig prüfen. Je nach Nutzung können beispielsweise Kontaktdaten, Gesundheitsangaben, Antworten aus Fragebögen oder Nutzungsinformationen verarbeitet werden. Wichtig ist außerdem zu kontrollieren, welche Berechtigungen die App verlangt und ob eine Registrierung erforderlich ist. Da sich Datenschutzbestimmungen und Funktionen ändern können, sind die offiziellen Informationen im App Store maßgeblich.
Ist die Kalmeda Tinnitus-App kostenlos und auf welchen Geräten ist sie verfügbar?
Ob die Kalmeda Tinnitus-App kostenlos genutzt werden kann oder ob bestimmte Funktionen, eine Verordnung beziehungsweise eine Kostenübernahme voraussetzen, hängt vom aktuellen Angebot und vom jeweiligen Land ab. Auch die unterstützten Betriebssysteme, technischen Voraussetzungen und verfügbaren Versionen können sich ändern. Deshalb sollten Interessierte vor der Installation die Angaben im offiziellen Google-Play-Store oder Apple-App-Store prüfen. Dort finden sich auch Informationen zu In-App-Käufen, Kompatibilität und benötigtem Speicherplatz.
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